LASST NIEMANDEN ZURÜCK.

Nicht gleichgültig zuschauen.

Mitteilung an die Medien vom 3. April 2020
Esther Bejarano und das Auschwitz-Komitee schreiben an den Ersten Bürgermeister von Hamburg
Hier im Wortlaut:
Offener Brief an Dr. Peter Tschentscher
Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg

 Ich habe immer geglaubt, dass das  Gegenteil von Liebe nicht Hass ist, sondern Gleichgültigkeit (Elie Wiesel)

Sehr geehrter Herr Dr. Tschentscher,

die globalisierte Welt steht Kopf, ist durch ein Virus in einen Schlamassel geraten. Es bedarf der Anstrengung aller, um diesen Kampf zu gewinnen, um Leben zu retten und zu helfen. Die einen müssen die Quarantäne aushalten, die anderen ganz strikt zuhause bleiben – und sehr viele müssen unter schwierigen und oft prekären Bedingungen ihre Arbeit tun.

Dies ist auch die Zeit großer, mitfühlender Menschlichkeit, die Zeit der Held*innen, die helfen, wo immer es ihnen möglich ist. ‚Menschenleben vor Profit‘, dieses Diktum steht noch, zumindest für die Ortsansässigen. Wie lange diese Linie hält, werden die nächsten Wochen zeigen. Die in Pflegeberufen Arbeitenden warnen schon seit vielen Jahren: „Gesundheit ist keine Ware“. Die Kommerzialisierung von Pflege, Gesundheit und Krankheit zeigt in dieser Krise überdeutlich ihre Schwächen. Das Gesundheitswesen muss in gesellschaftliche Verantwortung zurückgenommen werden.
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