Covid-19-Todesrate liegt „in der Größenordnung der saisonalen Influenza“

Dies sagt der international anerkannte US-Forscher Prof. Dr. John P. A. Ioannidis* zur Präsentation seines Forschungsergebnisses. Dieses Ergebnis zeigt, dass „wir uns, obwohl es ein sehr ernstes Problem ist, davor nicht fürchten sollten. Es zeigt, dass wir guten Grund haben, optimistisch zu sein über die Möglichkeit, vielleicht unsere Gesellschaft wieder zu öffnen und unser Leben zurückgewinnen zu können – eher früher als später mit voller Kontrolle und einem durch Daten bestimmten Herangehen.“

Nachzuhören unter: https://off-guardian.org/2020/04/19/watch-covid19-fatality-rate-in-the-ballpark-of-seasonal-influenza/

Prof. Ioannidis hat in einer regional repräsentativen Stichprobe Antikörper-Tests durchgeführt. In der Veröffentlichung COVID-19 Antibody Seroprevalence in Santa Clara County, California https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.04.14.20062463v1.full.pdf heißt es in der Zusammenfassung:

„Wir schließen daraus, dass basierend auf der Seroprävalenzstichprobe einer großen regionalen Bevölkerung die Prävalenz von SARS-CoV-2-Antikörpern in Santa Clara County Anfang April zwischen 2,49% und 4,16% lag. Während diese Prävalenz weitaus geringer sein kann als die theoretische Endgröße der Epidemie, deutet dies darauf hin, dass die Anzahl der Infektionen 50-85-fach höher ist als die Anzahl der derzeit in Santa Clara County festgestellten Fälle.
Diese neuen Daten sollten eine bessere Modellierung dieser Pandemie und ihres Fortschreitens unter verschiedenen Szenarien nicht-pharmazeutischer Interventionen ermöglichen. Während unsere Studie auf Santa Clara County beschränkt war, zeigt sie die Machbarkeit von Seroprävalenz-Erhebungen von Bevölkerungsstichproben jetzt und in Zukunft, um unser Verständnis über das Fortschreiten dieser Pandemie, Projektschätzungen der Anfälligkeit der Gemeinschaft und Überwachung der Infektionssterblichkeitsraten in verschiedenen Populationen im Laufe der Zeit zu fördern. Es ist auch ein wichtiges Werkzeug für die Verringerung der Unsicherheit über den Zustand der Epidemie, die wichtigen öffentlichen Nutzen haben kann.“ (Übers. d. Red.)

Die Studie ergab demnach, dass zum Zeitpunkt der Untersuchung zwischen annähernd 2,5% und 4,2% der dortigen Einwohner Antikörper gegen Sars-Cov-2 hatten, ein weitaus höherer Prozentsatz als zuvor gedacht und zwischen 50 und 85 Mal höher ist als ursprünglich angenommen. Dies würde bedeuten, dass das Infektions-Todes-Verhältnis (IFR) von Covid-19 wahrscheinlich erheblich überschätzt wurde und tatsächlich der saisonalen Influenza entspricht, was viele Forscher zuvor gemeldet und andere Studien auch gefunden haben, siehe zB. unter: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.02.12.20022434v2 . Man kann nur erstaunt feststellen, dass eine solche repräsentative Untersuchung, die der Robert-Koch-Institutsleiter Prof. Wieler für “nicht zielführend” hält, bisher in Deutschland nicht durchgeführt wurde.

*Professor für Medizin und Professor für Epidemiologie und Bevölkerungsgesundheit sowie Professor für biomedizinische Datenwissenschaft an der Stanford University School of Medicine, Professor für Statistik an der Stanford University School of Humanities and Sciences und Co-Direktor des Meta-Research Innovation Center in Stanford (METRICS) an der Stanford University