AK€LIU$ will UN wegen eines Artikels von Leilani Farha verklagen

Leilani Farha wirkte als UN-Sonderberichterstatterin für das Menschenrecht auf angemessenes Wohnen, sie ist Anwältin als Absolventin der University of Toronto. Die frühere Vertreterin der UN wirft Akelius Residential AB vor, gegen das Menschenrecht auf Wohnen zu verstoßen:

»Das vom Drang zur Profitmaximierung getriebene Geschäftsmodell von Akelius erzeugt eine feindliche Atmosphäre für deren Mieter«, erklärte Farha. Modernisierungen seien ein Vehikel für Akelius, erheblich höhere Mieten sowohl von Bestands- als auch Neumietern zu verlangen und so Mietenregulierungen zu umgehen. Namentlich auch in Deutschland geschehe dies.

Auf Hamburg entfallen ca. 10% des weltweiten Bestands von rund 44.000 Wohnungen des Konzerns. Nach Luxussanierungen werden diese für Mieten von hier zum Teil über 30 Euro pro Quadratmeter angeboten. Akelius treibt damit seit Jahren die Hamburger Mietpreise in die Höhe, und wenn eine Immobilie „voll entwickelt“, d.h. in allen Teilen entmietet, luxusmodernisiert und neu vermietet ist, verkauft das Immobilien-Finanzunternehmen sie zum mehrfachen Einstandspreis. Dieses Geschäftsmodell ruiniert den sozialen Zusammenhalt ganzer Quartiere und trägt zur Gentrifizierung bei.

Akelius verlautbart: »Vorwürfe und Behauptungen« der UN-Sonderberichterstatterin »weisen wir in aller Deutlichkeit zurück«, man sei jederzeit bereit, mit ihr zu sprechen. »Wir prüfen zudem rechtliche Maßnahmen gegen diese Behauptungen. Nach ihren eigenen Angaben hat sie ihre Informationen über ›Hörensagen‹ von dritter Seite«. Artikel auch im ND presseportal vom 6. Mai 2020.

Mieter*innendemo Dezember 2018 dav

Für Leilani Farha ist seit April 2020 nach 6 Jahren regulär die Amtszeit beendet, als Sonderberichterstatterin hat sie sich auf soziale Ungleichheit und das Fehlen einer wirksamen politischen Vertretung der Armen als Ursache für Obdachlosigkeit oder unzureichende Unterbringung konzentriert. Farha setzt sich für das Recht auf angemessenen Wohnraum für soziale Randgruppen ein und arbeitete in Kanada an der Umsetzung von Resolutionen der Vereinten Nationen, in denen Obdachlosigkeit als Verletzung der Menschenrechte angesehen wird.

Über ihre Arbeit als Sonderberichterstatterin für das Recht auf Wohnen wird im 2019 erschienenen Dokumentarfilm „PUSH – Für das Grundrecht zu wohnen“ des schwedischen Dokumentarfilmers Fredrik Gertten berichtet. Farha unterstützt die Europäische Bürgerinitiative „Housing For All“ und hat eine zivilgesellschaftliche Bewegung namens The Shift zum weltweiten Austausch von Erfahrungen bezüglich des Rechts auf Wohnen ins Leben gerufen. (Dank an Clemens)